Kugel- und Nadellager

Geschrieben am 04.02.2008, zuletzt geändert am 26.07.2022, 10:26 Uhr
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Eine Übersicht über die im Motor verbauten Lager. Die Liste ist nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt - und auch so schon zig Mal verbaut.

Bezugsquellen

Im Lager-Fachgeschäft oder online z.B. bei DS-Wälzlager kostet das NU205 ECP biespielsweise ca. 30% weniger als bei unseren lieblings-Scootershops. Auch ekugellager.de ist nach Berichten im GSF ein schneller & zuverlässiger Lieferant.

Kurbelwelle, Lichtmaschinen-Seite - T5/Rally

nu205.jpg

  • Bezeichnung: NU205 ECP/C3, E: Verstärkt, P: Polyamid-Käfig, C: Lagerluft C3
  • Maße: Innen 25mm, außen 52mm, Breite 15mm
  • Teilbares Zylinderrollenlager, Loslager
  • Bezugsdrehzahl ca. 11000rpm, Grenzdrehzahl ca. 16000rpm
  • Schmierung: Benzin-Öl-Gemisch - Die Schmierbohrung hinter das Lager muss sauber und frei sein

Erhältlich von SKF, FAG, Steyr und anderen. Der innere, lose Lagerring ist hier im Bild nicht zu sehen, der sitzt noch auf der Kurbelwelle. Dieses Lager kann auch als Ersatz für das der Rally 200/Femsatronic verwendet werden: Das originale Lager der Rally hat den freien Lagerring außen und den Ring mit den Zylinderrollen innen auf der Kurbelwelle, siehe unten.

Das Lager ist eingebaut nicht ganz flächenbündig mit der Innenseite der Motorhälfte! Knapp 1mm, in etwa die Fase am Lager, steht über. Ist es bündig eingetrieben, ist der Sitz des SiRis außen wohl schon komplett abgeplatzt.

Ein Dummy für den 3D-Druck ist unter Downloads verfügbar.

Kurbelwelle, Lichtmaschinen-Seite - PX

  • Bezeichnung: 4392C
  • Maße: Innen 25mm, außen 38mm, Breite 15mm
  • FAG Zeichnungslager, entspricht INA NBI 133068)
  • Schmierung: Benzin-Öl-Gemisch - Die Schmierbohrung hinter das Lager muss sauber und frei sein

Dies ist benfalls ein Loslager, im Vergleich zur T5 ein eher armseliges, schwaches kleines Nadellager.

Kurbelwelle, Kupplungs-Seite

bb1-0855.jpg

  • Bezeichnung: BB1-0855, bis ca. 2012: 613912 (SKF)
  • Abmessungen: Innen 25mm, außen 62mm, Breite 12mm
  • Kugeln: 8, 9 oder 11, je nach Hersteller und ausführung
  • Zeichungslager/Konstruktionslager, also nicht standardisiertes Lager
  • Schmierung: Getriebeöl

Ein Rillenkugellager mit Lagerluft C3. Das PFI 98305-2RS/C3 (GSF-Thread) mit herausgenommenen Dichtungen oder das neuere Pinasco-Lager sind auch eine Alternative. Auch als Hausmarke von SIP und SCK verfügbar.

Ein Dummy für den 3D-Druck ist unter Downloads verfügbar.

Hinterachse, Bremstrommel

6204.jpg

  • Bezeichnung: 6204
  • Standard-Industrielager
  • Abmessungen: Innen 20mm, außen 47mm, Breite 14mm
  • Beidseitig gedichtete Version: 6204 2RSR (im Bild oben)
  • Schmierung: Getriebeöl

Es schadet sicher nicht, diese gedichtete Version zusätzlich zum SiRi an der Bremstrommel zu verbauen. Eine Idee ist auch, die zum Getriebe zeigende Dichtung dann herauszunehmen, obwohl die Lager „auf Lebenszeit“ geschmiert sind.

Hinterachse, Schaltraste

b188.jpg

  • Bezeichnung: SKF B188, Torrington/Timken B-188, Nadella JL 188
  • Nadellager mit Zoll-Maßen
  • Abmessungen: Innen 1.125", außen 1.375", Breite 0.5"
  • Schmierung: Getriebeöl

Nebenwelle, Kupplungsseite

nebenwelle_6302.jpg

  • Bezeichnung: SKF 6302 C3 TN9
  • Standard-Industriekugellager, vorzugsweise mit Polyamidkäfig (TN9), Lagerluft C3
  • Abmessungen: Innen 15mm, außen 42mm, Breite 13mm
  • Schmierung: Getriebeöl

Nebenwelle, Lüfterradseite

nebenwelle_nadeln.jpg

  • 21 lose Nadeln
  • Bezeichnung NR 2×11,8
  • Abmessungen: 2×11,8mm
  • Schmierung: Getriebeöl

Die PX200 hat die selbe Anzahl und Größe, die PX80 hat hier 24 Nadeln mit anderer Größe.

Generelle Tips zum Ein- und Ausbau von Lagern

Für alle Anwendungen gibt es auch passende Werkzeuge, sprich Aus- und Abzieher, aber immer gilt: Vorsichtig, um keine Sicherungsring- und Lagersitze oder Anschläge zu zerstören.

Am einfachsten gehen die Lager heraus, wenn man die Lagersitze mit einer Heißluftpistole erwärmt und dann vorsichtig die Lager austreibt – vorher natürlich vorhandene Sicherungsringe ausclipsen… Das Nebenwellenlager lässt sich meist mit der Nebenwelle aus dem Vorgelege herausdrücken.

Beim Ausbau alter Lager, und nur bei diesen, kann auch auf den jeweiligen Innenring, also nicht fixierten Teil, geschlagen werden.

Beim Zusammenbau die Lager in ihrer Plastikhülle 3-5 Stunden ins Gefrierfach legen und die Motorhälften wie beim Ausbau auch erwärmen. Die Lager aus dem Kühlschrank fallen dann meist einfach in die Lagersitze. So die Theorie. Vorsicht: Kontrollieren, dass sie bis zum Anschlag drin sind, nicht zu weit eintreiben, danach die jeweiligen Sicherungsringe drauf. Auch für den Einbau gibt es Dorne und andere Werkzeuge.

Beim Austausch von Lagern müssen immer auch die zugehörigen Wellendichtringe getauscht werden, da sie sich an die Position der abzudichtenden Teile angepasst haben. Die Wahrscheinlichkeit dass ein benutzer Dichtring nach Lagertausch undicht wird, ist um ein Vielfaches höher.

Aufziehen des inneren Lagerrings auf die Kurbelwelle

Die Kurbelwelle einige Stunden in den Gefrierschrank, den Lagerring mit einer Heißluftpstole leicht erwärmen. Dann den Lagerring vorsichtig auf die Kurbelwelle schieben oder mit einigen passenden Rohrstücken, Scheiben und der Lüfteradmutter aufziehen.

Der Abstand zwischen Ring und Kurbelwellenwange sollte zwischen 0,7mm und 1mm liegen, damit der Innenring mittig im Rest des Lagers läuft und man beim Ausbau noch einen Abzieher ansetzen kann.. Für diesen Abstand gibt es fertige Lehren zu kaufen, oder man kann sich aus einem 1mm starken Aluminium etwas zurechtsägen/-feilen.

Äußerer Lagerring der Rally 200, Lichtmaschinen-Seite

Der Vorteil des LiMa-seitigen NU205-Lagers ist, dass man den losen inneren Lagerring beim Wechsel nicht aus dem Sackloch der Kupplungsseite puhlen muss, sondern den Teil mit den Rollen besser greifen kann: Der freie äußerer Lagerring des ursprünglichen Rally-Lagers im Sackloch-Lagersitz der lichtmaschinenseitigen Motorhälfte ist auch mit einem Abzieher schwer zu greifen.

Es existiert ein Absatz im Sackloch, der ein paar Zehntel mm hoch ist (siehe 2. Bild unten), aber oft reicht dieser Abstand nicht aus, um den angefasten Ring mit einem Auszieher zu greifen.

Mit einem Dremel und einer Trennscheibe zuerst ein V in den Ring schneiden, so weit hinein wie möglich und möglichst ohne den Lagersitz und den Sitz des Wellendichtrings zu berühren. Das V-förmige Kuchenstück dann entfernen:

rally_lagerring_1.jpg

Danach die verbleibende Breite ebenfalls mit einem Dremel und einer Schleifscheibe soweit schwächen, bis der Ring zusammenklappt und die Spannung verliert. Beim Schleifen immer wieder kontrollieren, ob das hellere Aluminium schon zu sehen ist.

rally_lagerring_2.jpg

Methode 2: Umlaufend oder an 3-4 Stellen eine Nut circa in der Mitte des Lagerrings dremeln, dann "von außen" schräg durch den Sitz des Wellendichtrings langsam reihum mit einem Dorn oder alten Schraubendrehen in der Nut ansetzen und den Ring austreiben.

Eine andere Methode ist, eine Schraube quer in den Ring einzuschweißen und ihn dann damit auszuziehen. Dies kann jedoch auch scheitern, da sich der Werkstoff des Rings oft einfach nicht schweißen lässt, sprich nicht verbindet.

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